Die Sacred Kink Academy wird geleitet von Kristina Marlen und Klara Luhmen.

Klara Luhmen stammt aus Brasilien und lebt seit 2002 in Europa. Schon in jungen Jahren entdeckte sie ihre besondere Freude an der Bewegung und ihre Faszination für die Vielfalt der Ausdrucks- und Erfahrungsmöglichkeiten, die der menschliche Körper bereithält. Während ihres Tanz- und Choreographiestudiums entwickelte sie neben der künstlerischen Arbeit ihre Leidenschaft für Körperarbeit. So wurden Tao und Lomi Lomi Massage sowie die osteopathische Bowen-Technik Teil ihres Repertoires. Die Begegnung mit einem brasilianischen Schamanen, der ihr tiefe Einblicke in die Welt des Tantra vermittelte, gab den Ausschlag zu ihrer Hinwendung zu den Heilkünsten und der rituellen Sexualität.

2008 begann Klara im Tantra-Institut „Ananda – Die Kunst der Berührung“ in Köln zu arbeiten. Hier entwickelte sie die Liberty Massage, die durch die Kombination der Tantra-Massage mit BDSM-Elementen ein breiteres Spektrum der Erlebnisfähigkeit des Körpers anspricht. Klaras Liberty Performances laden Interessierte ein, sich einen Eindruck des Rituals zu verschaffen. 2009 lernte sie die Schwelle7 in Berlin kennen, wo sie sich seither den vielfältigen Bezügen zwischen Tanz, Yoga und BDSM widmet.

Für Klara sind Nähe und Vertrauen die wichtigste Voraussetzung für erweiternde und heilsame Begegnungen zwischen Menschen. Doch sind Räume, die diese Voraussetzung erfüllen, meist schwer zu finden. Klara schafft solche Erfahrungsräume und legt dabei besonderen Wert auf das spielerische Element: damit können Beziehungen und der Umgang miteinander anders zu gestaltet werden, als es der Alltag erlaubt. Formen des Spiels hat sie eingehend erforscht, unter anderem durch die Beschäftigung mit lustvollem Raufen.

Dafür eignet sich auch das Spiel mit den Seilen, das in den letzten Jahren zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit geworden ist. Klara interessiert der Zustand des Körpers und seine Bewegungsmöglichkeiten, wenn er Restriktionen unterworfen ist. Dabei begreift sie die Seile als Erweiterungen ihres Selbst und benutzt sie auf vielfältige Weise, um die Wahrnehmungsfähigkeit ihrer Partnerin oder ihres Partners zu erhöhen und die Verbindung mit ihm oder ihr zu vertiefen. Den Umgang mit Seilen lernte Klara bei Dasnya Sommer, Kinoko, Esinem, Felix Ruckert und Mark Yu.

Gemeinsam mit Kristina Marlen bildet sie die Sacred Kink Academy, die ihre Interessen und ihre Arbeit zusammenfasst und darüber hinaus die Möglichkeit zu weiteren Forschungen und intensiver Vermittlungsarbeit schafft. Klara lebt polyamor und, wenn sie Zeit hat, ihre Koffer auszupacken, vor allem in Berlin und Köln.

 

Kristina Marlen ist kreative Sexworkerin und Physiotherapeutin. Neben ihrer selbständigen Praxis als Körperarbeiterin und Bewegungslehrerin arbeitet sie seit über 4 Jahren als Erotikkünstlerin und gibt Sessions auf Grundlage des tantrischen Rituals. Ihre besondere Leidenschaft gilt dem Shibari, der Kunst des erotischen Fesselns. Sie stammt aus Berlin und studierte Jura, Kultur- und Sozialwissenschaften bevor sie  2006 ihr Examen als Physiotherapeutin machte.  Zudem ist sie Tänzerin, Sängerin und Performerin.

„Meine Liebe gilt dem zeitgenössischen Tanz, der Contact Improvisation sowie der Kunst der Improvisation überhaupt. Mein Ansatz ist dabei einer der liebevollen Annahme dessen, was ist. 2008 begann ich meine Körperarbeit um den sexuellen Aspekt zu erweitern. Grundlage war dabei das tantrische Ritual, dessen Grenzen ich seitdem kontinuierlich erforsche und erweitere. Menschen zu berühren, ist im Wortsinne Beruf und Berufung für mich. Die Sexualität in diesen Prozess einzubeziehen, eröffnet eine weitere Dimension, die spannend, tief und nährend ist.

Ich bezeichne mich als queer und benutze diesen Begriff als Hilfskonstruktion für meine Haltung, dass Begehren und Sexualität, Geschlechtsidentität und Liebe unendlich vielfältig sind und vielfältigen Ausdruck brauchen. Dabei interessieren mich auch Kink-Praktiken, weil ich neugierig auf alles bin, was das menschliche Empfindungs- und Ausdrucksspektrum erweitert. Das Tabu und die Zensur sind die Gegenspieler unseres spielerischen, starken und lustvollen Selbstes.

Ich liebe es, Menschen in Erfahrungsräume zu begleiten, in denen sie völlig neue Qualitäten erleben können; Ausgeliefertsein als Steigerung der Hingabe, süßer Schmerz, ihre eigene Sehnsucht nach Macht oder Ohnmacht. Aber auch Verletzlichkeit, Offenheit und die Erfahrung, darin gehalten zu sein. Dabei mag ich es, sensible Begleitung zu sein, wenn sich neue Wege auf der Emotionslandkarte erschließen und lerne selbst jedes Mal neu dazu.

In meinen Workshops schaffe ich einen sexuellen Forschungsraum, in dem ich Tantra mit Elementen aus dem Tanz, der Körperarbeit und der Contact Improvisation verbinde. So werden unsere Körper sinnlich, empfänglich und durchlässig für Spontaneität. Die Wahrnehmung wird verfeinert, die Neugier geweckt und wir öffnen uns für starke genauso wie für feine Reize, Hingabe, Schmerz, Intensität und Lust.

Zu den Menschen und Orten, die mich auf diesem Weg am meisten inspiriert haben, gehören unter anderem Barbara Carellas, Dossie Easton, Felix Ruckert und die Schwelle 7 Berlin, Dasnyia Sommer, Matthias Grimme, das Shibari Dojo (Shibari Bar) Berlin. Zu meinen wichtigsten Lehrer_innen für Tanz und Performance gehören Jess Curtis, Keith Hennessy, Kathleen Hermesdorf, Stephanie Maher und viele mehr.“  www.marlen.me